Pauschale Aussagen über Erfahrungen in offenen Beziehungen sind schwierig. Die Erfahrungen reichen von «das Beste, was wir je gemacht haben» bis «emotionaler Autounfall». Genau wie bei monogamen Beziehungen gibt es sowohl erfüllte, stabile Konstellationen als auch kurze, schmerzhafte Episoden. Eine offene Beziehung ist weder ein Garant für Glück noch ein automatisches Rezept fürs Scheitern.
Positiv erlebt werden offene Beziehungen vor allem dann, wenn alle beteiligten Personen sich sicher, gesehen und ernst genommen fühlen, Absprachen klar sind und eingehalten werden, ehrlich über Gefühle, Grenzen und Bedürfnisse gesprochen wird und das Tempo für alle Personen adäquat ist. Dies Bedarf unter Umständen so einiger Vorgespräche.
Die andere Seite: Menschen, die sich unbedacht in eine offene Beziehungsform stürzen, weil dies zB. eine Beziehungsperson vorgeschlagen hat oder plötzlich die verflossene Liebe aus der Schulzeit auftaucht. Ohne tragfähige Basis kann eine offene Beziehung ein sehr schwieriges Unterfangen werden. Unsicherheiten werden verstärkt, alte Wunden aufgerissen, unausgesprochene Konflikte plötzlich sichtbar. Was als Experiment in Freiheit beginnt, kann ein schmerzhaftes Ende nehmen.
Die Erfahrungen in offenen Beziehungen sind weder idyllisch noch zwangsläufig katastrophal. Dort, wo Menschen bereit sind, sich zu zeigen, zu verhandeln, Fehler einzugestehen und aus ihnen zu lernen, kann Nicht-Monogamie eine bereichernde Form von Beziehung sein. Dort, wo sie als Flucht, Kompromiss oder Druckmittel dient, hinterlässt sie dagegen oft negative Spuren.
Wie in jeder Beziehungsform gilt: Entscheidend ist weniger das Modell – sondern wie ehrlich und bewusst es gelebt wird.
Wenn du weitere Fragen oder Anliegen hast und du das mit mir besprechen möchtest, buche dein Vorgespräch oder melde dich unverbindlich bei mir – wir schauen gemeinsam, was für dich und euch gerade passend ist.
– Fabio Marti
