Offene Beziehung mit Kindern – geht das?

Eine offene Beziehung mit Kindern kann durchaus und ohne grössere Probleme funktionieren. Entscheidend ist weniger, wie eure Liebesbeziehungen strukturiert sind, sondern wie ihr als Eltern mit euren Kindern umgeht. Kinder wollen in erster Linie Sicherheit, Geborgenheit und Liebe.

Offene oder nicht monogame Beziehungen sind für Kinder meist dann schwierig, wenn viel Chaos oder Streit im Spiel ist – nicht, weil es mehrere Beziehungsmenschen oder Liebespartner*innen gibt. Wenn ihr eure Entscheidung bewusst trefft, reflektiert damit umgeht und gut kommuniziert, kann eine offene Beziehung sogar stabiler wirken als eine scheinbar «klassische» Beziehung, in der vielleicht viel verdrängt oder heimlich gelebt wird.

Altersgerecht erklären – nicht alles, aber ehrlich

Du musst deinem Kind nicht dein ganzes Liebesleben im Detail erklären. Aber du kannst je nach Alter einfache, stimmige Worte finden:

  • Kleinere Kinder (z. B. Kindergartenalter) verstehen oft schon gut, dass man mehrere Menschen lieb haben kann und dass ein Elternteil mal nicht Zuhause übernachtet.
  • Grössere Kinder und Jugendliche merken sowieso, dass da mehr ist: andere Menschen, die auftauchen oder eine neue Zahnbürste im Becher. Hier ist es hilfreich, klare Worte zu finden, zum Beispiel, dass ihr eine offene Beziehung führt oder euch erlaubt, auch mit anderen Menschen romantisch/sexuell verbunden zu sein – und dass das eine gemeinsame, bewusste Entscheidung ist.

Wenn ihr als Eltern eine offene Beziehung lebt, ist es ratsam, euch darüber auszutauschen, was und wie ihr euren Kindern erklären wollt und wo eure Grenzen sind.

Wenn du weitere Fragen oder Anliegen hast und du das mit mir besprechen möchtest, buche dein Vorgespräch oder melde dich unverbindlich bei mir – wir schauen gemeinsam, was für dich und euch gerade passend ist.

– Fabio Marti